Blasenkrebs

Mehr als 15.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an einem Blasenkarzinom. Damit gehört Blasenkrebs zu den häufigeren Krebsarten. Männer sind in der Regel etwa dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Unter Harnblasenkarzinomen versteht man bösartige Neubildungen der Harnblase. Die meisten der betroffenen Patienten weisen bei Erstdiagnose einen oberflächlichen Tumor auf, bei etwa 25% liegt eine fortgeschrittene Erkrankung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose vor.

Fragen und Antworten zum Blasenkrebs

  • Zu den Faktoren, die das Krebswachstum beeinflussen, zählen chronische Blasenentzündungen, das Rauchen, die Einnahme bestimmter Medikamente und der Kontakt mit verschiedenen Chemikalien, Alkohol, Ernährungs- und Umweltfaktoren. Das Blasenkarzinom ist ferner als Berufserkrankung anerkannt, sodass bei jedem Patienten mit einem Blasenkarzinom abgeklärt werden sollte, ob eine Berufserkrankung vorliegt.

  • Das war wohl ein Zufall, denn Rauchen verkürzt bewiesenermaßen das Leben und ist die Ursache verschiedener bösartiger Erkrankungen.

    Etwa die Hälfte der Blasenkrebsfälle bei Männern und 1/3 bei Frauen geht auf das Rauchen zurück. Raucher bekommen auch häufiger nach primärer Entfernung erneut einen Tumor. Die Dosis-Wirkungsbeziehung gilt als bewiesen und je länger und mehr man raucht, desto höher wird das Risiko.

  • Aromatische Amine (BK 1301), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (BK 1321) und Arsen (BK 1108) können Neubildungen im Harntrakt verursachen. Die meisten Schadstoffe sind aromatische Amine wie z.B. ein Benzolring mit Aminogruppe. Das Urothelkarzinom ist eine anerkannte Berufserkrankung bei entsprechender zeitlicher Giftexposition. In Europa werden bis zu 10% der Harnblasenkarzinome durch Exposition im Beruf verursacht. Berufe mit Gefährdung: Chemiearbeiter, Lackierer, Gummiverarbeitung, Stahlindustrie, Automechaniker, Lederindustrie, Frisör und Zahntechniker.

  • Ein typisches Symptom beim Blasenkarzinom ist die meist schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie). Blut im Urin sollte unbedingt abgeklärt werden. Etwas weniger häufig sind Irritationen der Blase wie Harndrang, häufiges Wasserlassen in etwa 30% der Fälle. Die Rate an oberflächlichen Karzinomen ohne Symptomatik ist gering. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es zu Flanken- oder Knochenschmerzen, Nachtschweiß und Gewichtsverlust kommen.

  • Die wichtigsten Untersuchungen sind die Blasenspiegelung (Zystoskopie) und Urinuntersuchung (Urinsediment und Urinzytologie). In der Urinzytologie lassen sich Tumorzellen durch spezielle Färbung sicher darstellen. Die Urinanalyse erfolgt direkt in unserem praxiseigenen Labor.

    Zusätzlich kann auch ein sogenannter Urinmarkertest durchgeführt werden, wobei die Anwendung in den aktuellen Leitlinien nicht empfohlen wird, da die Aussagekraft dieser Tests unklar ist.

    Eine ergänzende Blutuntersuchung kann Hinweise geben auf Blut- bzw. Eisenmangel. Hierbei werden auch Leber – und Nierenwerte mitbestimmt. Gelegentlich kann ein Blasenkrebs auch zum Nierenversagen führen.

    In der Ultraschalluntersuchung erscheint ein Blasenkrebs bei voller Blase als ins Lumen ragende Masse. Kleinere Tumore können jedoch sonographisch nicht darstellbar sein. Aus diesem Grund ist die Blasenspiegelung die wichtigste Untersuchung für die Diagnose Blasenkrebs. Bei der Untersuchung kann Form, Größe, Lokalisation und Anzahl bestimmt werden.

Blasenspiegelung

Wir verwenden für die Blasenspiegelung ein sehr kleines und flexibles Gerät, um die Untersuchung so schonend und angenehm wie möglich zu halten. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung oder bei Bedarf auch unter kurzem Dämmerschlaf durchgeführt werden.

Da die normale Blasenspiegelung unter Umständen nicht alle Formen des Blasenkrebs erfasst, wird zur Verlaufskontrolle und je nach Tumorstadium auch gerne eine Photodynamische Diagnostik durchgeführt. Bei dieser Fluoreszenz-Zystoskopie zeigt sich eine bis zu 20% bessere Tumor-Detektionsrate, Vorstufen von Krebs (Cis = Carcinoma in situ) werden sogar zu 40% besser diagnostiziert. Bei der Untersuchung wird ein spezielles Medikament in die Blase gegeben und muss hier eine Stunde einwirken. Dann erfolgt eine Spezialzystoskopie mit blauem Licht. Gewebe mit hoher Konzentration des Medikamentes leuchtet unter blauem Licht rot auf und ist somit suspekt. Diese Untersuchung erfordert besondere Anforderungen an das Zystoskop und wird deshalb nicht in der urologischen Praxis durchgeführt, sondern ist Kliniken vorbehalten, die auch Blasentumorresektionen durchführen.

Therapie

Die Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beim oberflächlichen Krebs kann der Tumor über die Harnröhre entfernt werden (TUR Blase oder TUR-B = Transurethrale Resektion der Blase), bei fortgeschrittenen Erkrankungen kann es unter Umständen notwendig sein, die Blase komplett entfernen zu müssen und eine Ersatzblase oder künstlichen Urinausgang anlegen zu müssen. Manchmal müssen auch spezielle Medikamente über einen Katheter in die Blase gegeben werden, um das Krebswachstum aufzuhalten (Instillationstherapie). Ihre Urologen in Hürth bei Köln besprechen als Experten für medikamentöse Tumortherapie gerne die geeigneten Therapieoptionen mit Ihnen.

Blasenentzündungen oder Harnwegsinfektionen sind ein typisches Frauenthema. Die Symptome sind vielfältig und sind unter Umständen schwer von den Symptomen, die durch einen wachsenden Blasentumor verursacht werden, zu differenzieren.

Erste Anzeichen sind Druck in der Blasengegend, Drangbeschwerden bis zur Dranginkontinenz, Blut im Urin und häufiges Wasserlassen. Sollten Sie also unter wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, ist eine Blasenspiegelung dringend ratsam.