
Nierenkrebs
(Nierenzellkarzinom, RCC = renal cell carcinoma)
Zu den relativ seltenen Tumorerkrankungen gehört der Nierenkrebs. Laut RKI erkranken knapp 9000 Männer und 5000 Frauen jedes Jahr an einem Nierenzellkarzinom. Damit gehört dieser Krebs mit 3% zu den weniger häufigen soliden Tumoren. Bösartige Tumore der Niere können von verschiedenen Geweben ausgehen. Tumore im Nierenbecken gleichen ihrer Struktur dem Blasenkrebs und werden deshalb auch völlig anders behandelt als der Nierenkrebs. Gelegentlich kann ein Nierenkrebs in beiden Nieren auftreten. In diesen Fällen liegt meist eine genetische Veranlagung für Nierenkrebs vor.
Der Tumor wird häufig zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Wird der Tumor früh diagnostiziert liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 77%. Es lohnt sich also, seine Nieren regelmäßig von Ihren Urologen mit Ultraschall untersuchen zu lassen.
Die Therapie des Nierenkrebs richtet sich nach dem Tumorstadium. Ist der Tumor auf die Niere begrenzt und haben sich keine Absiedlungen gebildet, erfolgt die operative Entfernung des Tumors. Vor der Operation erfolgt zur Metastasensuche eine Computertomographie oder MRT des Bauchraums und ggf. auch der Lunge und eine Skelettszintigraphie.
Eine komplette Nierenentfernung ist heutzutage erfreulicherweise nur noch sehr selten notwendig. Die Entscheidung, ob die Niere nur zum Teil oder ganz entfernt, richtet sich u.a. nach dem Tumorstadium. Die Operation kann konventionell mit einem Schnitt oder minimalinvasiv laparoskopisch oder roboterassistiert (Da-Vinci) durchgeführt werden und stellt eine Routineoperation in der Urologie dar.
Risikofaktoren, die die Entstehung eines Karzinoms in der Niere begünstigen können, sind: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck sowie eine generelle genetische Veranlagung. Auch eine sog. terminale Niereninsuffizienz kann mit der Entstehung von Nierenkrebs in Zusammenhang stehen.
Wichtig ist, dass je früher ein Nierenkarzinom erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wie auch prophylaktisch für Blasenkrebs, empfehlen wir daher eine urologische Krebsvorsorge für Frauen, um ein eventuell entstehendes Nierenkarzinom rechtzeitig zu entdecken.
Wenn eine Operation nicht möglich ist, können gute Behandlungsergebnisse mit stereotaktischer Bestrahlung erzielt werden.
Sollte der Krebs bereits gestreut haben, erfolgt nach der Operation und abhängig vom individuellen Risikoprofil eine systemische Therapie.